Das Sein ist. Punkt.
Eine Metaontologie jenseits von Letztbegründung und Beliebigkeit.
Der Ontologische Libertinismus (OL) ist eine Metaontologie, die das Sein selbst zum Ausgangspunkt nimmt. Er fragt danach, was sich über das Sein überhaupt sinnvoll sagen lässt, und bestimmt den Geltungsbereich ontologischer Aussagen neu.
Dabei geht es nicht darum, ein weiteres metaphysisches System neben bestehende zu setzen. Der OL nimmt eine grundlegende Neuordnung vor: Er trennt das Sein selbst von den Bestimmungen, mit denen wir seine Erscheinungsweisen beschreiben, und eröffnet damit eine Perspektive jenseits der traditionellen Suche nach einem letzten Grund.
Kernelemente des OL
Der OL etabliert eine strikte Ebenentrennung. Er unterscheidet kategorisch zwischen der ontologischen Ebene (dem Sein selbst) und der operativen Ebene (seiner Erscheinungsweisen).
Der OL setzt ein einziges Axiom. Das Sein ist – in seinem Dass unhintergehbar, in seinem Wie unbedingt.
Der OL weist das absolute Nichts als kategoriale Scheinalternative zurück. Da ihm kein eigener positiver ontologischer Gehalt zukommt, existiert keine zweite Möglichkeit, die dem Sein gegenüberstünde. Das Sein steht ontologisch allein.
Der OL definiert den Kategorienfehler neu. Er bestimmt ihn als die kategorial unzulässige Übertragung operativer Bestimmungen auf das Sein selbst. Auf dieser Grundlage dient er als Maßstab, um den Anspruch philosophischer Letztbegründungen als kategorial unzulässig zurückzuweisen.
Der OL begründet die strukturelle Kontingenz der Erscheinungsweise. Aus der Unbedingtheit des Seins folgt, dass alle operativen Regelhaftigkeiten hochgradig stabil sein können, aber nicht ontologisch notwendig sind.
Der OL ersetzt das klassische Begründungsparadigma durch die Kartographie. Die Erscheinungsweisen werden als offene, revidierbare und prinzipiell unabgeschlossene Beschreibung erfasst, ohne ihnen ontologische Notwendigkeit zuzuschreiben.
Warum «Ontologischer Libertinismus»?
Der Name «Ontologischer Libertinismus» ist bewusst pointiert gewählt. Der OL löst den Begriff «Libertinismus» aus seiner historischen, moralischen Bedeutung und führt ihn auf das lateinische libertas – Freiheit – zurück. Er bezeichnet damit keine moralische, politische oder gesellschaftliche Position, sondern setzt einen bewussten Gegenpunkt zu Metaphysiken, die das Sein auf einen letzten Grund zurückführen.
Der Begriff der Freiheit umfasst dabei beide vom OL etablierten Ebenen:
Auf ontologischer Ebene ist das Sein in seinem Dass frei von einer ontologischen Alternative – die Unhintergehbarkeit – und in seinem Wie frei von jeder Vorgabe – die Unbedingtheit.
Auf operativer Ebene liegt Freiheit in der daraus folgenden strukturellen Kontingenz der Erscheinungsweise: Unser Universum ist nicht ontologisch darauf festgelegt, gerade so beschaffen zu sein, wie es ist.
«Ontologisch» ist dieser Libertinismus, weil die Freiheit des Seins selbst seinen Ausgangspunkt bildet. Die Freiheit auf der operativen Ebene ist ihre Konsequenz.
Being Is. Period.
A Metaontology Beyond Ultimate Grounding and Arbitrariness.
Ontological Libertinism (OL) is a metaontology that takes Being itself as its point of departure. It asks what can meaningfully be said about Being at all and redefines the scope of ontological statements.
The aim is not to establish yet another metaphysical system alongside existing ones. OL undertakes a fundamental reordering: it separates Being itself from the determinations by which we describe its modes of appearance, thereby opening a perspective beyond the traditional search for an ultimate ground.
Core Elements of OL
OL establishes a strict separation of levels. It categorically distinguishes between the ontological level (Being itself) and the operative level (its modes of appearance).
OL posits a single axiom. Being is—in its that, ineluctable; in its how, unconditional.
OL rejects absolute nothingness as a categorial pseudo-alternative. Since it possesses no positive ontological content of its own, there is no second possibility standing opposite to Being. Being stands ontologically alone.
OL redefines the category error. It defines it as the categorially impermissible transfer of operative determinations to Being itself. On this basis, it serves as a benchmark to reject the claim of philosophical ultimate grounding as categorially impermissible.
OL grounds the structural contingency of the mode of appearance. From the unconditionality of Being, it follows that all operative regularities can be highly stable, but are not ontologically necessary.
OL replaces the classical grounding paradigm with cartography. The modes of appearance are captured as an open, revisable, and in principle never-final description, without attributing ontological necessity to them.
Why «Ontological Libertinism»?
The name «Ontological Libertinism» is deliberately pointed. OL detaches the term «libertinism» from its historical, moral meaning and traces it back to the Latin libertas—freedom. It does not designate a moral, political, or social position, but sets a conscious counterpoint to metaphysics that trace Being back to an ultimate ground.
The concept of freedom encompasses both levels established by OL:
On the ontological level, Being is free from an ontological alternative in its that—ineluctability—and free from any prescription in its how—unconditionality.
On the operative level, freedom lies in the resulting structural contingency of the mode of appearance: Our universe is not ontologically predetermined to be exactly the way it is.
«Ontological» is this libertinism because the freedom of Being itself forms its starting point. Freedom on the operative level is its consequence.
Der OL im Überblick
1. Ebenentrennung
Jede Antwort beantwortet genau die Frage, auf die sie gegeben wurde. Sie beantwortet keine weiteren Fragen – selbst dann nicht, wenn diese sich logisch anschließen oder denselben Gegenstand betreffen. Werden unterschiedliche Fragen nicht strikt auseinandergehalten, können Antworten auf die eine Frage unbemerkt als Antworten auf eine andere missverstanden werden.
Auf dieser grundlegenden Einsicht baut die Ebenentrennung des Ontologischen Libertinismus auf. Der OL unterscheidet strikt zwischen der ontologischen Ebene, die das Sein selbst betrifft, und der operativen Ebene, auf der seine konkrete Erscheinungsweise beschreibbar wird. Für uns ist dies das Universum, in dem wir leben, mit allem, was darin beobachtet, untersucht, erklärt und beschrieben werden kann.
Die Unterscheidung betrifft nicht zwei voneinander getrennte Wirklichkeiten. Die operative Ebene ist nicht vom Sein getrennt. Vielmehr geht es darum, welche Fragen auf welcher Ebene gestellt und beantwortet werden können.
Dazu unterscheidet der OL vier grundlegende Arten der Fragestellung mit zwei unterschiedlichen Gegenständen auf zwei unterschiedlichen Ebenen:
| Art der Fragestellung | Gegenstand | Kategoriale Ebene |
|---|---|---|
| Was existiert | Seiendes | operativ |
| Wie etwas beschaffen ist | Seiendes | operativ |
| Dass überhaupt Sein ist | Sein | ontologisch |
| Wie Sein ist | Sein | ontologisch |
Diese Unterscheidung ist konstituierend für den OL: Die Frage, was existiert, ist nicht dieselbe wie die Frage nach dem Dass des Seins selbst. Ebenso wenig beantwortet die Beschreibung, wie etwas beschaffen ist, bereits die Frage nach dem Wie des Seins selbst.
Die Naturwissenschaften beispielsweise untersuchen die Beschaffenheit unseres Universums, seine Gesetzmäßigkeiten und seine Entwicklung. Ihre Erkenntnisse betreffen die operative Ebene. Auch eine vollständige Beschreibung unseres Universums wäre deshalb noch keine ontologische Bestimmung des Seins selbst.
Die strikte Ebenentrennung schafft damit die Voraussetzung, den Geltungsbereich von Aussagen zu bestimmen und kategoriale Fehlübertragungen erkennen zu können. Eine Bestimmung, die ausschließlich auf der operativen Ebene sinnvoll ist, kann nicht auf das Sein selbst übertragen werden, ohne dessen ontologische Unbedingtheit zu verletzen.
Diese Unterscheidung bildet die Grundlage der weiteren Argumentation des OL. Sie ermöglicht es zugleich, über das Sein selbst zu sprechen, obwohl jedes Sprechen ein Vorgang auf der operativen Ebene ist. Ein Kategorienfehler entsteht nicht durch das Sprechen über das Sein, sondern erst durch den unzulässigen Versuch, ihm dabei Bestimmungen der operativen Ebene als ontologisch geltend zuzuschreiben.
2. Die ontologische Bestimmung des Seins
Der Ontologische Libertinismus geht bei der Bestimmung des Seins von einer grundlegenden Frage aus: Wodurch wird das Sein auf ontologischer Ebene positiv bestimmt? Gefragt ist dabei nicht, was innerhalb unseres Universums existiert oder wie etwas beschaffen ist. Diese Fragen betreffen die operative Ebene. Gefragt ist vielmehr, was sich über das Sein selbst auf rein ontologischer Ebene aussagen lässt.
Die Antwort des OL ist denkbar knapp: Das Sein ist ausschließlich durch seine Tatsächlichkeit bestimmt. Das Sein ist. Diese Tatsächlichkeit ist weder eine Eigenschaft noch ein Inhalt oder eine bestimmte Beschaffenheit. Sie fügt dem Sein nichts hinzu, sondern bezeichnet das Sein selbst in der schlichten Tatsache, dass es ist.
Die Tatsächlichkeit ist die einzige positive ontologische Bestimmung des Seins. Unhintergehbarkeit und Unbedingtheit sind dagegen keine zusätzlichen Bestimmungen. Sie bringen den Sachverhalt, dass das Sein ontologisch allein steht, aus zwei untrennbaren Perspektiven zum Ausdruck: die Unhintergehbarkeit aus der Perspektive seines Dass, die Unbedingtheit aus der Perspektive seines Wie.
3. Das absolute Nichts
Der Ontologische Libertinismus unterscheidet zunächst zwischen der bloßen Abwesenheit einzelner Dinge und dem «absoluten Nichts». Ein leerer Raum oder ein physikalisches Vakuum sind keine Beispiele für das «absolute Nichts», denn auch sie sind etwas innerhalb des Seins. Gemeint ist vielmehr die Abwesenheit des Seins selbst – die Abwesenheit jeder Voraussetzung, unter der überhaupt etwas bestehen oder in irgendeiner Form bestimmbar wäre.
Der OL stellt nun dieselbe Frage wie beim Sein: Lässt sich auch das «absolute Nichts» auf ontologischer Ebene positiv bestimmen? Die Antwort lautet: Nein. Jede positive Bestimmung würde voraussetzen, dass es ist, und es damit als «absolutes Nichts» aufheben. Es lässt sich nicht angeben, was ein «absolutes Nichts» wäre, außer durch den Verweis darauf, was es nicht ist. Dem «absoluten Nichts» fehlt damit jeder eigene positive ontologische Gehalt.
Der OL zeigt, dass der Begriff des «absoluten Nichts» lediglich den Anschein einer zweiten, dem Sein gegenüberstehenden Möglichkeit erzeugt, ohne eine eigenständige ontologische Gegebenheit zu bezeichnen. Das «absolute Nichts» erweist sich als Scheinalternative, nicht als eigenständige ontologische Kategorie. Es ist kategorial unmöglich.
Damit weist der OL das «absolute Nichts» als ontologische Alternative zurück und gelangt zur zentralen Einsicht: Das Sein steht ontologisch allein.
4. Das Axiom
Der Ontologische Libertinismus entwickelt sein Axiom aus der Einsicht, dass das Sein ontologisch allein steht. Da ihm weder eine ontologische Alternative gegenübersteht noch etwas vorausliegt, lässt sich dieser Sachverhalt aus zwei untrennbaren Perspektiven betrachten: aus der Perspektive seines Dass und aus der Perspektive seines Wie.
Aus der Perspektive des Dass ergibt sich die Unhintergehbarkeit des Seins. Da das «absolute Nichts» keinen eigenen ontologischen Gehalt besitzt, gibt es keine zweite Möglichkeit, die dem Sein gegenüberstehen könnte. Das Sein ist damit alternativlos. Es kann nicht nicht sein.
Aus der Perspektive des Wie ergibt sich die Unbedingtheit des Seins. Was sollte das Sein auf ontologischer Ebene bedingen? Eine Bedingung würde etwas voraussetzen, das dem Sein vorausliegt und ihm eine Vorgabe macht. Ein solches Vorausliegendes müsste jedoch selbst eigenständige ontologische Geltung besitzen. Da das Sein ontologisch allein steht, ist dies ausgeschlossen. Auch eine Selbstbedingung kommt nicht infrage, denn sie würde eine Unterscheidung zwischen Bedingendem und Bedingtem voraussetzen und das Sein damit künstlich in zwei Teile aufspalten. Das Sein ist in seinem Wie daher unbedingt: Ihm liegt nichts voraus, und es unterliegt keiner ontologischen Vorgabe.
Der OL fasst beide Perspektiven in seinem einzigen Axiom als Einheit zusammen:
Dass und Wie bezeichnen dabei keine zwei voneinander getrennten Sachverhalte. Die Unbedingtheit des Wie wird nicht aus der Unhintergehbarkeit des Dass abgeleitet, ebenso wenig lässt sich das Dass aus dem Wie ableiten. Beide Perspektiven betreffen dasselbe Sein und sind weder voneinander trennbar noch aufeinander reduzierbar.
Trotz seiner rein ontologischen Herleitung bleibt das Axiom eine Setzung, kein Beweis im strengen Sinne. Die Herleitung bedient sich notwendigerweise der Sprache und der Logik. Diese sind jedoch Mittel der Argumentation auf operativer Ebene und keine ontologischen Begründungsinstanzen. Sie ermöglichen es, die Unhintergehbarkeit und Unbedingtheit des Seins argumentativ herzuleiten, können dessen ontologische Geltung aber nicht begründen. Der OL legt seine Herleitung daher offen, ohne ihr den Status eines strengen Beweises zuzuschreiben. Das Axiom bleibt eine ausgewiesene Setzung.
5. Manifestation und Erscheinungsweise
Mit dem ontologischen Begriff der Manifestation bezeichnet der OL das Sein in seiner Tatsächlichkeit – in der untrennbaren Einheit seines Dass und Wie. Sein Dass ist unhintergehbar: Das Sein kann nicht nicht sein. Sein Wie ist unbedingt, wird durch den Begriff der Manifestation aber nicht näher bestimmt. Das Sein ist, wie es ist. Die Manifestation umfasst somit auch das tatsächliche Wie des Seins, ohne festzulegen, wie es konkret beschaffen ist. Dass die Manifestation das konkrete Wie offenlässt, ist keine Lücke in ihrer Erklärung, sondern eine kategoriale Notwendigkeit: Die Beschreibung dessen, was sich konkret zeigt, gehört auf die operative Ebene.
Demgegenüber bezeichnet im OL der Begriff der Erscheinungsweise das konkrete Wie des Seins auf operativer Ebene: die Weise, in der sich die Manifestation zeigt und wahrnehmbar und beschreibbar wird. Für uns ist dies unser Universum mit seiner konkreten Beschaffenheit, seinen Eigenschaften und Regelhaftigkeiten. Die Erscheinungsweise ist prinzipiell kontingent: Alles, was sich auf operativer Ebene zeigt, könnte anders sein oder gänzlich fehlen, ohne dass die Manifestation davon berührt wäre.
6. Kontingenz und Stabilität
Die prinzipielle Kontingenz der Erscheinungsweise bedeutet nicht, dass diese beliebig oder chaotisch sein muss. Die Unbedingtheit des Wie des Seins schließt stabile Regelhaftigkeiten ebenso wenig aus wie Instabilität und Wandel. Unser Universum kann daher Gesetzmäßigkeiten aufweisen, die über lange Zeiträume hinweg unverändert bleiben.
Diese Regelhaftigkeiten sind faktisch und kontingent zugleich: Sie gelten innerhalb der Erscheinungsweise, sind aber nicht ontologisch notwendig. Sie könnten anders sein oder gänzlich fehlen. Kontingenz und Stabilität stehen daher nicht im Widerspruch zueinander. Auch eine dauerhaft stabile Erscheinungsweise bleibt prinzipiell kontingent.
7. Der Kategorienfehler
Der Kategorienfehler bezeichnet im Ontologischen Libertinismus das Ergebnis einer kategorial unzulässigen Fehlübertragung: Eine Bestimmung, die ausschließlich auf der operativen Ebene sinnvoll ist, wird auf die ontologische Ebene übertragen, wodurch das Sein fälschlich bedingt wird.
Seine Erkennbarkeit ergibt sich direkt aus der strikten Ebenentrennung. Ein Kategorienfehler entsteht nicht durch das Sprechen über das Sein per se. Er entsteht ausschließlich dann, wenn operative Bestimmungen auf das Sein selbst übertragen werden.
Genau darin liegt seine Bedeutung für die Überprüfung philosophischer Begründungsversuche. Der Anspruch, das Sein auf einen «letzten Grund» zurückzuführen, erweist sich dabei als kategorial unzulässig. Die Berechtigung von Erklärungen und Begründungen innerhalb der operativen Ebene bleibt davon unberührt.
8. Die Kartographie
An die Stelle des klassischen Begründungsparadigmas tritt die Kartographie. Sie ist das Verfahren des OL zur Beschreibung der Erscheinungsweise auf der operativen Ebene. Ihr Ziel ist es, das, was sich faktisch zeigt, möglichst redlich zu beschreiben.
Die Kartographie erfasst die kontingente Fülle stabiler Regelhaftigkeiten innerhalb der Erscheinungsweise, ohne diese zu bewerten oder ihnen ontologische Notwendigkeit zuzuschreiben. Da sie selbst nicht ontologisch notwendig ist, erhebt sie keinen Absolutheitsanspruch.
Sie bleibt daher prinzipiell offen, revidierbar und unabgeschlossen. Was sich auf der operativen Ebene als stabil, regelhaft oder gesetzmäßig zeigt, ist Gegenstand einer sorgfältigen Beschreibung – kein Beleg für eine metaphysische Notwendigkeit.
OL Overview
1. Separation of Levels
Every answer answers precisely the question to which it was given. It answers no further questions—even if they follow logically or concern the same subject. If different questions are not kept strictly distinct, an answer to one can inadvertently be mistaken for an answer to another.
Ontological Libertinism builds its separation of levels on this fundamental insight. OL strictly distinguishes between the ontological level, which concerns Being itself, and the operative level, on which its concrete mode of appearance becomes describable. For us, this is the universe in which we live, with everything that can be observed, examined, explained, and described within it.
The distinction does not concern two separate realities. The operative level is not separated from Being. Rather, it is a matter of which questions can be asked and answered on which level.
To this end, OL distinguishes four fundamental types of questioning with two different objects on two different levels:
| Focus of Inquiry | Object | Categorial Level |
|---|---|---|
| What exists | Beings | operative |
| What something is like | Beings | operative |
| That Being is at all | Being | ontological |
| How Being is | Being | ontological |
This distinction is constitutive for OL: The question of what exists is not the same as the question of the that of Being itself. Likewise, the description of how something is constituted does not already answer the question of the how of Being itself.
The natural sciences, for example, examine the constitution of our universe, its regularities, and its development. Their findings concern the operative level. Even a complete description of our universe would therefore not yet be an ontological determination of Being itself.
The strict separation of levels thus creates the prerequisite for determining the scope of validity of statements and for recognizing categorial erroneous transfers. A determination that is exclusively meaningful on the operative level cannot be transferred to Being itself without violating its ontological unconditionality.
This distinction forms the basis of OL's further argumentation. It also makes it possible to speak about Being itself, even though every act of speaking is an occurrence on the operative level. A category error does not arise from speaking about Being per se. It arises exclusively when operative determinations are transferred to Being itself, thereby falsely conditioning Being.
2. The Ontological Determination of Being
Ontological Libertinism proceeds from a fundamental question in determining Being: By what is Being positively determined on the ontological level? The question is not what exists within our universe or how something is constituted. These questions concern the operative level. Rather, the question is what can be said about Being itself on a purely ontological level.
The answer of OL is remarkably concise: Being is determined exclusively by its actuality. Being is. This actuality is neither a property nor a content nor a specific constitution. It adds nothing to Being, but rather designates Being itself in the simple fact that it is.
Actuality is the only positive ontological determination of Being. Ineluctability and unconditionality, on the other hand, are not additional determinations. They express the fact that Being stands ontologically alone from two inseparable perspectives: ineluctability from the perspective of its that, unconditionality from the perspective of its how.
3. Absolute Nothingness
Ontological Libertinism first distinguishes between the mere absence of individual things and «absolute nothingness». An empty space or a physical vacuum are not examples of «absolute nothingness», for they too are something within Being. What is meant is rather the absence of Being itself—the absence of every presupposition under which anything at all could subsist or be determinable in any form.
OL now asks the same question as with Being: Can «absolute nothingness» be positively determined on the ontological level? The answer is: No. Any positive determination would presuppose that it is, and thus abolish it as «absolute nothingness». It cannot be stated what an «absolute nothingness» would be, except by reference to what it is not. «Absolute nothingness» thus lacks any positive ontological content of its own.
OL shows that the concept of «absolute nothingness» merely creates the appearance of a second possibility standing opposite to Being, without designating an independent ontological given. «Absolute nothingness» proves to be a pseudo-alternative, not an independent ontological category. It is categorially impossible.
Thus OL rejects «absolute nothingness» as an ontological alternative and arrives at the central insight: Being stands ontologically alone.
4. The Axiom
Ontological Libertinism develops its axiom from the insight that Being stands ontologically alone. Since neither an ontological alternative stands opposite to it nor anything precedes it, this state of affairs can be considered from two inseparable perspectives: from the perspective of its that and from the perspective of its how.
From the perspective of the that results the ineluctability of Being. Since «absolute nothingness» possesses no ontological content of its own, there is no second possibility that could stand opposite to Being. Being is thus without alternative. It cannot not be.
From the perspective of the how results the unconditionality of Being. What should condition Being on the ontological level? A condition would presuppose something that precedes Being and makes a prescription to it. Such a preceding thing would itself have to possess independent ontological validity. Since Being stands ontologically alone, this is excluded. Nor does self-conditioning come into question, for it would presuppose a distinction between conditioning and conditioned and thus artificially split Being into two parts. Being is therefore unconditional in its how: nothing precedes it, and it is subject to no ontological prescription.
OL combines both perspectives in its single axiom as a unity:
That and how do not designate two separate states of affairs. The unconditionality of the how is not derived from the ineluctability of the that, nor can the that be derived from the how. Both perspectives concern the same Being and are neither separable from each other nor reducible to each other.
Despite its purely ontological derivation, the axiom remains a positing, not a proof in the strict sense. The derivation necessarily makes use of language and logic. These, however, are means of argumentation on the operative level and not ontological instances of grounding. They make it possible to derive the ineluctability and unconditionality of Being argumentatively, but cannot ground its ontological validity. OL therefore lays out its derivation openly, without ascribing to it the status of a strict proof. The axiom remains an expressly designated positing.
5. Manifestation and Mode of Appearance
With the ontological concept of manifestation, OL designates Being in its actuality—in the inseparable unity of its that and how. Its that is ineluctable: Being cannot not be. Its how is unconditional, but is not further determined by the concept of manifestation. Being is as it is. Manifestation thus also encompasses the actual how of Being, without determining how it is concretely constituted. That manifestation leaves the concrete how open is not a gap in its explanation, but a categorial necessity: The description of what concretely shows itself belongs on the operative level.
In contrast, the concept of mode of appearance in OL designates the concrete how of Being on the operative level: the way in which manifestation shows itself and becomes perceivable and describable. For us, this is our universe with its concrete constitution, its properties, and its regularities. The mode of appearance is in principle contingent: Everything that shows itself on the operative level could be otherwise or entirely absent, without manifestation being affected by it.
6. Contingency and Stability
The principled contingency of the mode of appearance does not mean that it must be arbitrary or chaotic. The unconditionality of the how of Being excludes stable regularities no more than it excludes instability and change. Our universe can therefore exhibit laws that remain unchanged over long periods of time.
These regularities are factual and contingent at the same time: They hold within the mode of appearance, but are not ontologically necessary. They could be otherwise or entirely absent. Contingency and stability are therefore not contradictory. Even a permanently stable mode of appearance remains in principle contingent.
7. The Category Error
The category error designates in Ontological Libertinism the result of a categorially impermissible erroneous transfer: A determination that is exclusively meaningful on the operative level is transferred to the ontological level, whereby Being is falsely conditioned.
Its recognizability follows directly from the strict separation of levels. A category error does not arise from speaking about Being per se. It arises exclusively when operative determinations are transferred to Being itself.
This is precisely where its significance for the examination of philosophical attempts at grounding lies. The claim to trace Being back to an «ultimate ground» proves to be categorially impermissible. The validity of explanations and grounding within the operative level remains unaffected by this.
8. Cartography
Cartography takes the place of the classical grounding paradigm. It is the method of OL for describing the mode of appearance on the operative level. Its goal is to describe as honestly as possible what factually shows itself.
Cartography captures the contingent abundance of stable regularities within the mode of appearance, without evaluating them or attributing ontological necessity to them. Since it is not ontologically necessary itself, it makes no claim to absoluteness.
It therefore remains in principle open, revisable, and never-final. What shows itself on the operative level as stable, regular, or lawful is the subject of careful description—no proof of a metaphysical necessity.
Werke
Der Ontologische Libertinismus
Eine Metaontologie
Die systematische Grundlegung des Ontologischen Libertinismus. Das Buch entwickelt den OL als Metaontologie und legt seine zentralen Begriffe, Unterscheidungen und Konsequenzen dar.
Status: Veröffentlicht und lieferbar.
Der große Irrtum
Über den Versuch, das Sein zu begründen
Eine Untersuchung philosophischer Begründungsversuche und der Fehlübertragungen, die entstehen, wenn Bestimmungen der operativen Ebene auf das Sein übertragen werden.
Status: In Überarbeitung zur terminologischen Angleichung an die Grundlegung des OL.
Die Kartographie der Freiheit
Beschreibung der Welt aus der Perspektive des Ontologischen Libertinismus
Das Folgewerk zur Grundlegung. Es entwickelt die Kartographie als Verfahren zur Beschreibung von Erscheinungsweisen und führt dieses Verfahren für die konkrete Erscheinungsweise (unser Universum) systematisch aus.
Status: In Ausarbeitung.
Works
Ontological Libertinism
A Metaontology
The systematic groundwork of Ontological Libertinism. The book develops OL as a metaontology and sets out its central concepts, distinctions, and consequences.
Status: Published and available.
The Great Error
On the Attempt to Ground Being
An examination of philosophical attempts at grounding and the erroneous transfers that arise when determinations of the operative level are transferred to Being.
Status: Under revision to align its terminology with the groundwork of OL.
The Cartography of Freedom
A Description of the World from the Perspective of Ontological Libertinism
The follow-up work to the groundwork. It develops cartography as a method for describing modes of appearance and systematically applies this method to the concrete mode of appearance (our universe).
Status: In progress.
Diskurs
Offenheit und Prüfung
Der Ontologische Libertinismus erhebt keinen Anspruch auf Unfehlbarkeit oder eine endgültige philosophische Systematik. Seine konkrete Ausarbeitung – seine Begriffe, seine Systematik und seine Beschreibungen – bleibt offen für Prüfung, Präzisierung und Revision.
Davon zu unterscheiden ist die Grundlegung selbst. Das Axiom des OL ist in letzter Konsequenz eine Setzung, die auf der ontologischen Herleitung beruht, aber keinen Beweis im strengen Sinne darstellt. Es kann zurückgewiesen werden. Eine solche Zurückweisung muss jedoch zeigen, worin die behauptete Alternative besteht: was das Sein ontologisch hintergehen oder wodurch es in seinem Wie bedingt sein könnte.
Umgang mit Einwänden
Einwände gegen den OL sind daher nicht nur möglich, sondern Teil des philosophischen Diskurses. Entscheidend ist, dass sie die Frage auf der Ebene behandeln, auf der sie gestellt wurde.
Nicht jeder Einwand gegen den OL beruht auf einem Kategorienfehler. Wo jedoch Bestimmungen der operativen Ebene auf das Sein selbst übertragen werden, liegt eine Fehlübertragung vor.
Sachliche und fachlich begründete Kritik ist ausdrücklich willkommen.
Discourse
Openness and Scrutiny
Ontological Libertinism makes no claim to infallibility or to a definitive philosophical systematization. Its concrete elaboration—its concepts, its systematic structure, and its descriptions—remains open to scrutiny, refinement, and revision.
The groundwork itself must be distinguished from this. The axiom of OL is, ultimately, a positing that rests on the ontological argument leading to it, but does not constitute a proof in the strict sense. It can be rejected. Such a rejection, however, must show what the claimed alternative consists in: what could lie beyond Being ontologically, or what could condition it in its how.
Engaging with Objections
Objections to OL are therefore not only possible; they are part of philosophical discourse. What matters is that they address the question at the level on which it was posed.
Not every objection to OL rests on a category error. Where, however, determinations of the operative level are transferred to Being itself, an erroneous transfer occurs.
Substantive criticism supported by argument is expressly welcome.
Autor
Ralph Gaida
Autor und Begründer des Ontologischen Libertinismus
Ralph Gaida ist ein unabhängiger deutscher Autor. Im Zentrum seiner philosophischen Arbeit steht der von ihm entwickelte Ontologische Libertinismus (OL), eine Metaontologie, die das Sein selbst zum Ausgangspunkt nimmt und den Geltungsbereich ontologischer Aussagen neu bestimmt.
Mit «Der Ontologische Libertinismus – Eine Metaontologie» liegt die systematische Grundlegung des OL vor. Weitere Arbeiten untersuchen die Konsequenzen dieser Grundlegung für philosophische Begründungsversuche sowie für die Beschreibung der Erscheinungsweisen auf operativer Ebene.
Seine Arbeit am OL versteht sich als fortlaufendes philosophisches Projekt: Die Grundlegung ist formuliert, ihre Begriffe, Anwendungen und Konsequenzen werden weiter geprüft, präzisiert und ausgearbeitet.
Author
Ralph Gaida
Author and Founder of Ontological Libertinism
Ralph Gaida is an independent German author. At the center of his philosophical work is Ontological Libertinism (OL), a metaontology he developed that takes Being itself as its point of departure and redefines the scope of ontological statements.
«Ontological Libertinism – A Metaontology» provides the systematic groundwork of OL. Further works examine the consequences of this groundwork for philosophical attempts at grounding as well as for the description of modes of appearance at the operative level.
His work on OL is conceived as an ongoing philosophical project: the groundwork has been formulated; its concepts, applications, and consequences continue to be examined, refined, and developed.
Kontakt & Datenschutz
Kontakt
Für fachlichen Austausch und Rückfragen zum Ontologischen Libertinismus:
E-Mail: info@ol-meta.org
Datenschutz
Diese Website verwendet keine Analyse- oder Trackingdienste, keine Werbenetzwerke und keine nicht technisch erforderlichen Cookies. Es werden keine Nutzerprofile erstellt.
Beim Aufruf der Website können durch den Hostinganbieter technisch erforderliche Verbindungsdaten, insbesondere die IP-Adresse, der Zeitpunkt des Zugriffs und die aufgerufene Seite, verarbeitet werden. Diese Daten dienen ausschließlich der technischen Bereitstellung und Sicherheit der Website.
Verantwortlich für die Verarbeitung personenbezogener Daten im Zusammenhang mit dieser Website ist:
Ralph Gaida
E-Mail: info@ol-meta.org
Anfragen zum Datenschutz können an die oben genannte E-Mail-Adresse gerichtet werden.
Contact & Privacy
Contact
For discussion and inquiries concerning Ontological Libertinism:
Email: info@ol-meta.org
Privacy
This website uses no analytics or tracking services, advertising networks, or cookies that are not technically necessary. No user profiles are created.
When the website is accessed, the hosting provider may process technically necessary connection data, in particular the IP address, the time of access, and the page accessed. These data are used solely for the technical provision and security of the website.
The person responsible for the processing of personal data in connection with this website is:
Ralph Gaida
Email: info@ol-meta.org
Privacy inquiries may be sent to the email address above.