Das Sein ist. Punkt.
Eine Metaontologie jenseits von Letztbegründung und Beliebigkeit.
Der Ontologische Libertinismus (OL) ist eine Metaontologie, die das Sein selbst zum Ausgangspunkt nimmt. Er fragt danach, was sich über das Sein überhaupt sinnvoll sagen lässt, und bestimmt den Geltungsbereich ontologischer Aussagen neu.
Dabei geht es nicht darum, ein weiteres metaphysisches System neben bestehende zu setzen. Der OL nimmt eine grundlegende Neuordnung vor: Er trennt das Sein selbst von den Bestimmungen, mit denen wir seine Erscheinungsweisen beschreiben, und eröffnet damit eine Perspektive jenseits der traditionellen Suche nach einem letzten Grund.
Eine Metaontologie
Der OL setzt dort an, wo Ontologien gewöhnlich bereits Voraussetzungen machen. Er fragt nicht zuerst, welche Struktur das Sein besitzt, wodurch es begründet ist oder welchen Gesetzen es notwendig folgt. Zunächst wird geklärt, was auf ontologischer Ebene überhaupt ausgesagt werden kann.
Aus dieser Klärung entsteht eine strikte Grenze zwischen Aussagen über das Sein selbst und Aussagen über seine Erscheinungsweisen. Ursachen, Gründe, Gesetzmäßigkeiten, Zwecke, Logik oder Zeit behalten dadurch ihren vollständigen Geltungsbereich – aber dort, wo sie hingehören.
Die Grundlegung des OL entwickelt die dafür notwendigen Unterscheidungen.
Warum „Ontologischer Libertinismus“?
Der Begriff Libertinismus ist bewusst gewählt und wird im OL neu bestimmt. Er bezeichnet keine moralische, politische oder gesellschaftliche Position.
Gemeint ist die radikale Freiheit des Seins in seinem Wie: Das Sein unterliegt keiner ontologischen Vorgabe, keinem metaphysischen Bauplan und keiner übergeordneten Notwendigkeit. Diese Unbedingtheit ist der Grund, weshalb der Begriff der Freiheit im Namen des OL steht.
„Ontologisch“ ist dieser Libertinismus, weil diese Freiheit nicht zunächst den Menschen, seinen Willen oder sein Handeln bezeichnet, sondern das Sein selbst.
Vom Begründen zum Beschreiben
Aus der Grundlegung des OL folgt kein neues geschlossenes Weltbild. Was sich zeigt, kann untersucht, erklärt, modelliert und beschrieben werden, ohne daraus eine notwendige Verfassung des Seins abzuleiten.
An die Stelle der Letztbegründung tritt deshalb die Kartographie: eine offene, revidierbare und prinzipiell unabgeschlossene Beschreibung von Erscheinungsweisen.
Der OL begrenzt damit das Denken nicht. Er bestimmt, wo Begründung sinnvoll ist – und wo Beschreibung beginnen muss.
Being Is. Period.
A Metaontology Beyond Ultimate Grounding and Arbitrariness.
Ontological Libertinism (OL) is a metaontology that takes Being itself as its point of departure. It asks what can meaningfully be said about Being at all and redefines the scope of ontological statements.
The aim is not to establish yet another metaphysical system alongside existing ones. OL undertakes a fundamental reordering: it separates Being itself from the determinations by which we describe its modes of appearance, thereby opening a perspective beyond the traditional search for an ultimate ground.
A Metaontology
OL begins where ontologies usually already make presuppositions. It does not first ask what structure Being has, what grounds it, or what laws it necessarily follows. It first clarifies what can be stated at the ontological level at all.
From this clarification emerges a strict boundary between statements about Being itself and statements about its modes of appearance. Causes, grounds, regularities, purposes, logic, and time retain their full domain of validity—but where they belong.
The groundwork of OL develops the distinctions required for this.
Why “Ontological Libertinism”?
The term libertinism is deliberately chosen and redefined within OL. It does not designate a moral, political, or social position.
What it designates is the radical freedom of Being in its how: Being is subject to no ontological determination, no metaphysical blueprint, and no overarching necessity. This unconditionality is why freedom is part of the name of OL.
This libertinism is “ontological” because this freedom does not primarily refer to human beings, their will, or their actions, but to Being itself.
From Grounding to Description
No new closed worldview follows from the groundwork of OL. What appears can be examined, explained, modeled, and described without deriving from it a necessary constitution of Being.
Ultimate grounding therefore gives way to cartography: an open, revisable, and in principle never-final description of modes of appearance.
OL does not thereby limit thought. It determines where grounding is meaningful—and where description must begin.
Grundlegung
Die Grundlegung des Ontologischen Libertinismus beginnt beim Sein selbst. Sie klärt, was sich auf ontologischer Ebene über das Sein sagen lässt und wo Aussagen bereits die operative Ebene betreffen.
Das Axiom
Der Ontologische Libertinismus ruht auf einem einzigen Axiom:
Dass und Wie sind keine zwei Thesen in einem logischen Ableitungsverhältnis. Sie sind zwei nicht-reduzierbare Perspektiven auf ein und dasselbe Sein. Keine erzeugt die andere, keine folgt aus der anderen.
Das absolute Nichts
Das absolute Nichts besitzt keinen eigenen ontologischen Gehalt. Es entsteht als sekundäre Negation des Seins und bezeichnet keine eigenständige ontologische Gegebenheit. Jede positive Bestimmung würde es bereits zu etwas Seiendem machen.
Das absolute Nichts ist daher keine ontologische Kategorie, sondern eine Scheinalternative zum Sein. Dem Sein steht ontologisch nichts gegenüber. Das absolute Nichts ist kategorial unmöglich.
Die Einheit von Dass und Wie
Die Unhintergehbarkeit bezeichnet das Dass des Seins: Das Sein ist. Die Unbedingtheit bezeichnet sein Wie: Es unterliegt keiner ontologischen Vorgabe, keinem Grund und keiner übergeordneten Notwendigkeit.
Beide Aussagen betreffen dasselbe Sein. Die Unbedingtheit des Wie folgt nicht aus der Unhintergehbarkeit des Dass, ebenso wenig lässt sich das Dass aus dem Wie ableiten. Die Trennung besteht ausschließlich in der Perspektive, aus der dasselbe Sein betrachtet wird.
Manifestation
Das „ist“ des Axioms bezeichnet die Tatsächlichkeit des Seins. Diese Tatsächlichkeit ist seine Manifestation.
Manifestation ist kein Vorgang und keine zusätzliche Bestimmung des Seins. Sie ist das Sein selbst in seiner Tatsächlichkeit und umfasst seine Einheit von Dass und Wie. Sie bezeichnet daher keine bestimmte Weise, in der sich das Sein zeigt. Die konkreten Erscheinungsweisen gehören zur operativen Ebene.
Strikte Ebenentrennung
Der OL entwickelt die Unterscheidung zwischen der ontologischen Ebene des Seins selbst und der operativen Ebene seiner Erscheinungsweisen und trennt strikt zwischen beiden. Diese Unterscheidung ist keine ontologische Spaltung: Die operative Ebene ist nicht vom Sein getrennt; auf ihr wird seine konkrete Erscheinungsweise (unser Universum) beschreibbar.
Kausalität, Zeit, Logik, Naturgesetze, Zwecke und andere Bestimmungen gehören auf die operative Ebene. Werden solche Bestimmungen auf das Sein selbst übertragen, wird die kategoriale Trennung zwischen beiden Ebenen verletzt.
Der Kategorienfehler
Diese unzulässige Übertragung operativer Bestimmungen auf das Sein selbst bezeichnet der OL als Kategorienfehler.
Er unterscheidet sechs grundlegende Typen: Fundierung, Subjektivierung, Formalisierung, Historisierung, Modalitätsabsolutierung und Relationalisierung. Sie bezeichnen keine sechs verschiedenen Probleme, sondern sechs Weisen derselben Fehlübertragung.
Groundwork
The groundwork of Ontological Libertinism begins with Being itself. It clarifies what can be said about Being at the ontological level and where statements already concern the operative level.
The Axiom
Ontological Libertinism rests on a single axiom:
That and how are not two theses standing in a logical relation of derivation. They are two irreducible perspectives on one and the same Being. Neither generates the other; neither follows from the other.
Absolute Nothingness
Absolute nothingness possesses no ontological content of its own. It arises as a secondary negation of Being and designates no independent ontological given. Any positive determination would already turn it into a being.
Absolute nothingness is therefore not an ontological category, but an apparent alternative to Being. Ontologically, nothing stands opposed to Being. Absolute nothingness is categorially impossible.
The Unity of That and How
Ineluctability designates the that of Being: Being is. Unconditionality designates its how: it is subject to no ontological determination, no ground, and no overarching necessity.
Both statements concern the same Being. The unconditionality of the how does not follow from the ineluctability of the that, just as the that cannot be derived from the how. The distinction lies solely in the perspective from which the same Being is considered.
Manifestation
The “is” of the axiom designates the actuality of Being. This actuality is its manifestation.
Manifestation is neither a process nor an additional determination of Being. It is Being itself in its actuality and encompasses its unity of that and how. It therefore does not designate a particular way in which Being appears. Concrete modes of appearance belong to the operative level.
Strict Separation of Levels
OL develops the distinction between the ontological level of Being itself and the operative level of its modes of appearance and strictly separates the two. This distinction is not an ontological split: the operative level is not separate from Being; at this level, its concrete mode of appearance (our universe) becomes describable.
Causality, time, logic, laws of nature, purposes, and other determinations belong to the operative level. When such determinations are transferred to Being itself, the categorial separation between the two levels is violated.
The Ontological Category Error
OL calls this impermissible transfer of operative determinations to Being itself the Ontological Category Error.
It distinguishes six fundamental types: Grounding, Subjectivization, Formalization, Historicization, Absolutizing Modality, and Relationalization. They do not designate six different problems, but six forms of the same erroneous transfer.
Kartographie
Die operative Ebene
Weil das Sein in seinem Wie unbedingt ist, sind seine Erscheinungsweisen strukturell kontingent. Die konkrete Erscheinungsweise (unser Universum) zeigt zugleich hochgradig stabile Regelhaftigkeiten: Naturgesetze, physikalische Prozesse und biologische Ordnungen können stabil sein, ohne deshalb ontologisch notwendig zu sein.
Auch Zwecke, Werte und Sinn gehören auf die operative Ebene. Sie sind keine Bestimmungen des Seins, sondern kontingente Leistungen innerhalb der konkreten Erscheinungsweise (unser Universum). Menschliches Handeln und Sinnstiftung sind damit ebenso Gegenstand operativer Beschreibung wie physikalische oder biologische Regelhaftigkeiten.
Beschreibung statt Begründung
An die Stelle der Letztbegründung tritt die Kartographie: die offene, revidierbare und prinzipiell unabgeschlossene Beschreibung von Erscheinungsweisen. Sie erfasst deren Regelhaftigkeiten und Stabilitäten auf der operativen Ebene, ohne ihnen ontologische Notwendigkeit zuzuschreiben.
Cartography
The Operative Level
Because Being is unconditional in its how, its modes of appearance are structurally contingent. The concrete mode of appearance (our universe) at the same time exhibits highly stable regularities: laws of nature, physical processes, and biological orders can be stable without therefore being ontologically necessary.
Purposes, values, and meaning also belong to the operative level. They are not determinations of Being, but contingent achievements within the concrete mode of appearance (our universe). Human action and meaning-making are therefore just as much objects of operative description as physical or biological regularities.
Description Instead of Grounding
Ultimate grounding gives way to cartography: an open, revisable, and in principle never-final description of modes of appearance. It captures their regularities and stabilities at the operative level without attributing ontological necessity to them.
Das Werk
Der Ontologische Libertinismus
Eine Metaontologie
Die systematische Grundlegung des Ontologischen Libertinismus. Das Buch entwickelt den OL als Metaontologie und legt seine zentralen Begriffe, Unterscheidungen und Konsequenzen dar.
Status: Veröffentlicht und lieferbar.
Der große Irrtum
Über den Versuch, das Sein zu begründen
Eine Untersuchung philosophischer Begründungsversuche und der Fehlübertragungen, die entstehen, wenn Bestimmungen der operativen Ebene auf das Sein übertragen werden.
Status: In Überarbeitung zur terminologischen Angleichung an die Grundlegung des OL.
Die Kartographie der Freiheit
Beschreibung der Welt aus der Perspektive des Ontologischen Libertinismus
Das Folgewerk zur Grundlegung. Es entwickelt die Kartographie als Verfahren zur Beschreibung von Erscheinungsweisen und führt dieses Verfahren für die konkrete Erscheinungsweise (unser Universum) systematisch aus.
Status: In Ausarbeitung.
Works
Ontological Libertinism
A Metaontology
The systematic groundwork of Ontological Libertinism. The book develops OL as a metaontology and sets out its central concepts, distinctions, and consequences.
Status: Published and available.
The Great Error
On the Attempt to Ground Being
An examination of philosophical attempts at grounding and the erroneous transfers that arise when determinations of the operative level are transferred to Being.
Status: Under revision to align its terminology with the groundwork of OL.
The Cartography of Freedom
A Description of the World from the Perspective of Ontological Libertinism
The follow-up work to the groundwork. It develops cartography as a method for describing modes of appearance and systematically applies this method to the concrete mode of appearance (our universe).
Status: In progress.
Diskurs
Offenheit und Prüfung
Der Ontologische Libertinismus erhebt keinen Anspruch auf Unfehlbarkeit oder eine endgültige philosophische Systematik. Seine konkrete Ausarbeitung – seine Begriffe, seine Systematik und seine Beschreibungen – bleibt offen für Prüfung, Präzisierung und Revision.
Davon zu unterscheiden ist die Grundlegung selbst. Das Axiom des OL ist in letzter Konsequenz eine Setzung, die auf der ontologischen Herleitung beruht, aber keinen Beweis im strengen Sinne darstellt. Es kann zurückgewiesen werden. Eine solche Zurückweisung muss jedoch zeigen, worin die behauptete Alternative besteht: was das Sein ontologisch hintergehen oder wodurch es in seinem Wie bedingt sein könnte.
Umgang mit Einwänden
Einwände gegen den OL sind daher nicht nur möglich, sondern Teil des philosophischen Diskurses. Entscheidend ist, dass sie die Frage auf der Ebene behandeln, auf der sie gestellt wurde.
Nicht jeder Einwand gegen den OL beruht auf einem Kategorienfehler. Wo jedoch Bestimmungen der operativen Ebene auf das Sein selbst übertragen werden, liegt eine Fehlübertragung vor.
Sachliche und fachlich begründete Kritik ist ausdrücklich willkommen.
Discourse
Openness and Scrutiny
Ontological Libertinism makes no claim to infallibility or to a definitive philosophical systematization. Its concrete elaboration—its concepts, its systematic structure, and its descriptions—remains open to scrutiny, refinement, and revision.
The groundwork itself must be distinguished from this. The axiom of OL is, ultimately, a positing that rests on the ontological argument leading to it, but does not constitute a proof in the strict sense. It can be rejected. Such a rejection, however, must show what the claimed alternative consists in: what could lie beyond Being ontologically, or what could condition it in its how.
Engaging with Objections
Objections to OL are therefore not only possible; they are part of philosophical discourse. What matters is that they address the question at the level on which it was posed.
Not every objection to OL rests on a category error. Where, however, determinations of the operative level are transferred to Being itself, an erroneous transfer occurs.
Substantive criticism supported by argument is expressly welcome.
Autor
Ralph Gaida
Autor und Begründer des Ontologischen Libertinismus
Ralph Gaida ist ein unabhängiger deutscher Autor. Im Zentrum seiner philosophischen Arbeit steht der von ihm entwickelte Ontologische Libertinismus (OL), eine Metaontologie, die das Sein selbst zum Ausgangspunkt nimmt und den Geltungsbereich ontologischer Aussagen neu bestimmt.
Mit Der Ontologische Libertinismus – Eine Metaontologie liegt die systematische Grundlegung des OL vor. Weitere Arbeiten untersuchen die Konsequenzen dieser Grundlegung für philosophische Begründungsversuche sowie für die Beschreibung der Erscheinungsweisen auf operativer Ebene.
Seine Arbeit am OL versteht sich als fortlaufendes philosophisches Projekt: Die Grundlegung ist formuliert, ihre Begriffe, Anwendungen und Konsequenzen werden weiter geprüft, präzisiert und ausgearbeitet.
Author
Ralph Gaida
Author and Founder of Ontological Libertinism
Ralph Gaida is an independent German author. At the center of his philosophical work is Ontological Libertinism (OL), a metaontology he developed that takes Being itself as its point of departure and redefines the scope of ontological statements.
Ontological Libertinism – A Metaontology provides the systematic groundwork of OL. Further works examine the consequences of this groundwork for philosophical attempts at grounding as well as for the description of modes of appearance at the operative level.
His work on OL is conceived as an ongoing philosophical project: the groundwork has been formulated; its concepts, applications, and consequences continue to be examined, refined, and developed.
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